Donnerstag, 10. September 2015

E-Mail-Feed

Ich habe heute noch einen E-Mail-Feed zum Arbeitsblog hinzugefügt. Wer also per E-Mail auf dem Laufenden bleiben möchte, kann sich nun auf der Webseite eintragen.

Mittwoch, 9. September 2015

Neuen Arbeitsblog erstellt

Ich bin von Tumblr für meinen Arbeitsblog weg und habe mich für eine eigenständige Lösung auf Wordpress-Basis entschieden. Dafür habe ich heute das Design von Tumblr integriert, bin aber auch ganz froh, weil ich jetzt den vollen Zugriff auf alle Daten habe und was sich sonst noch so im Hintergrund der Webseite abspielt.

Ich merke, dass mir dieses Programmierzeug sehr zusagt und ich freue mich, in dieser Richtung mal wieder ein wenig tätig zu sein. Es ist so selten, dass ich dazu komme, etwas intensiver über die Zusammenhänge nachzudenken und da freue ich mich, wenn ich mich dann auch dazu aufraffen kann.

Dienstag, 8. September 2015

Wohnzimmerregal: Down by Law (1986)


Down by Law ist der dritte Film von Jim Jarmusch und für mich vor allem wegen der Auftritte von Tom Waits und Roberto Benigni interessant. Es ist ein kleiner eher vernachlässigbarer Film, der allerdings durch seine märchenhafte Präsenz einem dennoch nicht aus dem Kopf geht. Ich mag den Film vordergründig, weil er diese verschiedenen Charaktere zusammenbringt und ihnen ein Problem nach dem nächsten aufhalst.

In dem Film sprechen drei unterschiedliche Insassen über den Grund, warum sie im Gefängnis gelandet sind. Jack ist Zuhälter und wurde von einem Konkurrenten mit einer Minderjährigen in eine Falle gelockt. Zack ist ein Radio-DJ, der seinen Job verloren hat und für Geld einen Wagen zur anderen Seite der Stadt fahren sollte, ohne zu wissen, dass sich darin eine Leiche befindet. Und Roberto ist ein Falschspieler, der bei der Flucht ungewollt einen Menschen getötet hat. Alle drei kommen nur mittelprächtig miteinander aus, finden allerdings einen Weg aus dem Gefängnis und schlagen sich dann gemeinsam durch die Sümpfe von Louisiana.

Ich mag Jarmuschs Filme vordergründig aufgrund ihrer klaren Präsentation und ihrer Schlichtheit. Aus der Versammlung von Außenseitern, die über ihr Scheitern berichten, entwickelt er ausgesprochen mitreißende Dialoge. Und es spannend, wie die drei Charaktere über sich selbst, aber vordergründig über die anderen reflektieren. Ich mag das sehr.

Montag, 7. September 2015

Lernen: Programmierung einer Lernanwendung (1)

Ich habe die ersten Grundlagen für die bereits beschriebene Webanwendung mit HTML-Seiten und "mod_rewrite"-Unterstützung (zur Auswertung der Adresszeile) umgesetzt. Das Programm soll mir dabei helfen, meinen Lernprozess besser zu strukturieren, indem es mir einige Verwaltungsaufgaben abnimmt. So muss ich zum Beispiel nur noch einzelne Kurse in HTML gestalten und kann mich dann darauf verlassen, dass das System diese richtig anzeigt, sortiert und meinen Fortschritt in ihnen abspeichert.

Ich halte dieses System für sinnvoll, weil Lernprozesse sowohl Aufarbeitung als auch Reproduktion beinhalten. Dadurch dass ich die Kurse selbst gestalte, bin ich selbst dafür verantwortlich, das Wissen so vorzubereiten, wie ich es für wichtig erachte. Gleichzeitig erleichtert die Aufteilung auf Unterseiten eine Strukturierung des Lernprozesses, da das Wissen in konkreten Verständnisschritten erarbeitet wird.

Ein weiterer Vorteil eines solchen Systems ist die Erweiterbarkeit. Eine zufällige Seite aus den erstellten Kursen aufrufen und dann auf dieser den Kurs fertigstellen. Oder man könnte beispielsweise übergeordnete Kurse erstellen, die auf die Grundkurse zugreifen. So könnte man einen Kurs erstellen, der sich mit den Grundlagen der Biologie beschäftigt und Seiten aus anderen biologischen Kursen mitverwendet, aber dennoch einen numerischen Ablauf verfolgt, sodass man nicht das Gefühl hat, dass man sich in Unterseiten verliert.

Kuratorische Arbeit ist Bestandteil jedes Bildungsprozesses. Man muss für sich selbst kommentieren, warum die Prozesse, die man erlernt, so stattfinden, wie sie stattfinden. Nur dann kann ein erneutes Lernen sichergestellt werden. Ansonsten hat man möglicherweise das Problem, dass die gelernten Inhalte unverständlich sind, weil Teilprozesse nicht offensichtlich nachvollzogen werden können. Mein Programm versucht dem aus dem Weg zu gehen, indem Kurserstellung und -teilnahme von derselben Person durchgeführt wird.

Sonntag, 6. September 2015

Wohnzimmerregal: Stranger Than Paradise (1984)


Der zweite Film von Jim Jarmusch ist für mich vor allem interessant, weil er mit einfachen Mitteln eine schöne Charaktergeschichte erzählt, die sich zwar nur sehr langsam aufbaut, sich dafür aber perfekt für einen langen Abend zum Runterkommen eignet. Jarmusch hatte mit Stranger Than Paradise seinen langsamen Durchbruch und wurde nun erstmals auf Festivals mehr beachtet. Für mich bleibt der Film aber auch als starke Inspiration für Autocheiria in Erinnerung.

Der Film gliedert sich in drei Abschnitte. Willie ist ein Hipster in New York. Im ersten Teil verbringt seine Cousine Eva einige Wochen bei ihm in New York und zieht dann zu seiner Tante nach Cleveland. Im zweiten Teil reisen Willie und sein Kumpel Eddie ein Jahr später ebenfalls nach Cleveland, um Eva zu besuchen, um dann im dritten Teil gemeinsam nach Florida zu fahren. Der Film wird von Alltagserlebnissen und -dialogen getragen und beschreibt eine melancholische Stimmung.

Der Film ist für mich so etwas Besonderes, weil die Bilder und die Melancholie perfekt zusammenpassen. Die langsamen Szenen bauen sich genau im richtigen Tempo auf und ermöglichen, dass der Film einfach dahinläuft, ohne dass man auf ihn achten muss. Auch wenn ich Jarmusch nicht für den besten Regisseur halte, so wollte ich eigentlich immer nur solche Filme wie er machen.

Samstag, 5. September 2015

Rückschau: gier nach licht (2006)

gier nach licht (2006)

Eines der Fotos, die ich mein Leben lang in Erinnerung behalten werde. Nicht, weil es eine besondere Situation darstellt, sondern wegen des Gegenteils. Die Aufnahme der Lichtung zwischen Hornow und Kahsel zeigt eine herbstliche Stille. Die geringe digitale Qualität und die nachträgliche Verdunklung des Himmels tragen dazu bei, dass sich das Bild alt anfühlt. Aufgrund des großen Schärfebereichs sieht das Bild so aus, als wäre es gemalt worden. Die Birke im Mittelgrund sticht dabei besonders hervor, weil sie durch ihre weiße Farbe und ihre Reichweite durch alle Bildbereiche die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Der Titel "gier nach licht" setzt das Thema des Bildes. Zum einen versuchen die Pflanzen, aus ihrer Umgebung hervorzutreten, um an mehr Licht zu gelangen. Zum anderen wirken die gelblichen Gräser so, als würden sie das Licht aufsaugen und es nicht mehr hergeben wollen. Der obere, durch den Himmel gekennzeichnete, und der untere, durch die Gräser gekennzeichnete, Bildbereich wird durch einen mittleren getrennt, in dem sich eine Wand aus Bäumen befindet, die es unmöglich erscheinen lässt, dass die vom Licht getroffenen Bäume im Vordergrund jemals in den Himmel ragen werden. Dennoch gibt es mit der Birke diesen einen Ausreißer.

Freitag, 4. September 2015

Ich verbringe mein ganzes Leben vor Computern (und ihr alle höchstwahrscheinlich auch)

Ich bin wahrscheinlich in der besten Zeit für Computer aufgewachsen, die jemals existieren wird. Und ich bin sehr dankbar dafür. Nach dem Ende des kalten Krieges erlebte der Osten Deutschlands die Fortschritte der westlichen Mikroelektronik. Immer mehr neue Geräte konnten eingekauft werden und Heimcomputer wurden zum alltäglichen Werkzeug der 90er-Jahre. Bereits mit fünf Jahren, 1995, wurde ich an eine Technik herangeführt, die für die meisten noch Science-Fiction war und teilweise heute immer noch ist. Ich spielte Computerspiele, weil ich ohne die Hilfe meiner Eltern in Welten vordringen konnte, die ich mit mir selbst aushandeln konnte. Und ich spielte Computerspiele, weil ich gegen meine Freunde antreten konnte. Es machte Spaß, sich nicht mit seinen physischen, sondern mit seinen motorischen und taktischen Fähigkeiten zu messen. Doch es ging noch weiter.

Anfang der 2000er-Jahre kam ich das erste Mal eigenständig mit dem Internet in Kontakt. Ich lernte Google kennen, fing an, Weblogs zu folgen, spielte im Internet, war sogar in einem Clan integriert, lernte Foren- und Moderatorkultur kennen, schrieb eigene Beiträge, programmierte Webseiten, Programme, eigene Level in Jedi Knight II und sogar Spiele im RPG-Maker. Ich verbrachte einen Großteil meiner prägenden Kindheit damit, vor einem Desktop-PC zu sitzen und die Schönheit einer Welt kennenzulernen, in der ich mehr über Computer und das Internet wusste, als meine Eltern, ja sogar mehr als alle Erwachsenen, denen ich damals begegnet bin.

Es war eine Zeit, als das Internet noch ein Ort voller Innovationen und Experimente war, als noch Anleitungen geschrieben wurden, wie man seine eigene Webseite programmiert und nicht einfach zusammenklickt. Und ich möchte diese Zeit in Erinnerung behalten, als es noch nicht so etwas wie soziale Netzwerke gab, sondern man sich der Internetarchitektur bedient hat, um eigene Ideen umzusetzen. Aber ich möchte nicht, dass der Artikel zu sehr in die Richtung, Großvater erzählt von der guten alten Zeit, abdriftet. Ich frage mich viel mehr, was diese Bedingungen aus meinem Leben gemacht haben. Und auch, was diese Bedingungen aus euch oder euren Kindern machen werden.

Ich möchte mir kein Leben mehr ohne Computer vorstellen, weil sie für mich zu dem Werkzeug geworden sind, mit dem ich alle meine Gedanken miteinander verbinde. Sie lassen entfernte Erinnerungen wieder aufleben, sie bieten mir Unterhaltung, sie geben mir Zugriff auf die Gedanken so vieler intelligenter Menschen. Ohne das Internet hätte ich wahrscheinlich nie ein so starkes Interesse am Lernen entwickelt. Ich verbringe einen Großteil meines Tages vor Bildschirmen, die einen Teil meines Gehirns ersetzen und den anderen Teil herausfordern und ergänzen. Computer sind mehr als nur Arbeitsobjekte für mich. Sie unterstützen meine Wahrnehmung und man könnte fast behaupten, dass sie so etwas wie ein körperliches Organ geworden sind. Das Erschreckende daran ist für mich jedoch, dass dieses Organ als solches noch nicht in seiner Bedeutung von allen Menschen erfasst wird.

Natürlich kann man auch ohne Computer leben. Genauso wie man auch ohne Geschmack oder ohne Gehör leben könnte. Aber wenn man die Möglichkeit hat und einmal verstanden hat, wozu dieses Organ fähig ist, dann möchte man nicht mehr darauf verzichten. Umso verwerflicher sind die Implikationen eines geldorientierten Systems auf die Verwendung von Computern und Internet. 50 € und Sie haben denselben Zugriff auf das Wissen der gesamten Menschheit wie alle anderen, die es sich leisten können. 500 € mehr und Sie können mit ihrem Computer die Berechnungen durchführen, die notwendig sind, um die Infrastruktur Ihrer Umgebung zu modernisieren. Ist es das, was wir wollen?

Wie alles in unserer Umgebung beeinflussen uns Computer durch die Art und Weise, wie sie uns begegnen. Wenn wir Computer als ein Smartphone wahrnehmen, auf dem wir lediglich Apps installieren, Videos schauen und hin und wieder eine Webseite aufrufen, dann werden wir wahrscheinlich in eine Richtung erzogen, die uns die Möglichkeiten nimmt, unabhängig zu sein. Unabhängig von Herstellern, unabhängig von Autoritäten. Wir verlieren einen Teil unserer Freiheit, weil wir keine Lust dazu haben, Computer zu verstehen. Und weil wir schon unter diesen Umständen keine Lust mehr haben, werden auch die zukünftigen Generationen nicht davon profitieren.

Häufig sitze ich in der Bibliothek meines Vaters und frage mich, ob ich, wenn ich keinen Computer zur Hand gehabt hätte, die ganze Zeit über diese Bücher lesen würde, die auch schon mein Vater gelesen hat. Und ich antworte: Sehr wahrscheinlich. Aber gleichzeitig denke ich mir, dass ich in meinem Leben schon wesentlich mehr im Internet gelesen habe, als alle Bücher in dieser Bibliothek zusammen. Ich habe mehr gelernt. Ich habe Aktuelleres gelernt. Und ich habe teilweise Interessanteres gelernt. Die Angst vor Computern ist für mich nicht mehr als die Angst vor Büchern. Man denkt, sie nehmen einem Zeit weg, aber in Wirklichkeit verbringt man die Zeit einfach anders.